August, für viele ein Monat des Urlaubs und der Erholung, ist für ein paar Triathleten des PSVs fast jedes Jahr der Monat des Inferno Triathlons.
Und so finden sich schon seit Jahrzehnten beinahe jedes Jahr ein paar Abenteuerlustige zusammen um gemeinsam den sportlich und auch logistisch herausfordernden Wettkampf zu bezwingen.
2026 entschloßen sich Annelotte, Frank, Luca und Vincent, der Herausforderung zu stellen. Während Frank schon gefühlte 15 Mal am Inferno Triathlon teilgenommen hatte, war es für die anderen drei die erste Teilnahme. Schon 2024 hatten sie sich angemeldet, doch musste der Wettkampf damals ein paar Tage vor dem Start absagt werden, da Umwetter Teile der Strecke zerstört hatten.
Die Vorbereitung der vier verlief unterschiedlich gut. Während Vincent viel trainieren konnte und dabei auch ordentlich Höhenmeter sammelte, beschränkte Frank sich vor allem auf seine Erfahrung und viele Wettkämpfe als „Trainingsreiz“.
Auch Annelotte und Luca bereiteten sich gewissenhaft vor, wurden aber durch kleinere Verletzungen oder Arbeit am Haus von übermäßgem Training abgehalten.
Der Inferno Triathlon findet im Berner Oberland zwischen Thun, Grindelwald und Lauterbrunnen statt.
Die Strecke besteht aus ca. 3 Kilometer schwimmen durch den Thuner See, 96 Kilometer (2200 Höhenmeter) Rennrad entlang des Brienzer Sees und über die große Scheidegg nach Grindelwald, 30 Kilometer Mountainbike (1180 Höhemeter) von Grindelwald über die kleine Scheidegg nach Stechelberg und 25 Kilometer (2200 Höhenmeter) „Laufen“ auf das knapp 3000 Meter hohe Schilthorn.
Durch die Punkt zu Punkt Strecke dauerte der Check-In am Vortag gute vier Stunden, da drei, teilweise weit auseinander liegende, Wechselzonen eingerichtet werden mussten.
Freitagnachmittag war jedoch alles erledigt („Hab ich auch nichts vergessen?“) und es wurde sich auf dem riesigen Campingplatz in Lauterbrunnen erholt und Frank gab noch einmal ein paar Tipps zum Rennen.
Gegen 21 Uhr ging es zu Bett, da am nächsten Tag um 04:50 der Shuttlebus zum Schwimmstart fahren sollte.

Die Anreise zum Strandbad in Thun verlief am darauffolgenden Morgen ohne Probleme und alle hatten noch genügend Zeit sich den Neoprenanzug anzuziehen und mit Sonnencreme einzucremen. Langsam ging auch die Sonne auf und man konnte am Horizont schon das Ziel auf dem Schilthorn erahnen.
Noch war der Himmel wolkenlos, doch leider sollte sich das im Laufe des Tages noch ändern.

Pünktlich um 06:30 fiel der Startschuss.
Da alle vier PSVler durch diverse Ligastarts abgehärtet waren, empfandwn alle das vergleichsweise kleine Teilnehmerfeld als sehr entspannt und die kleinen Schwimmgruppen waren kein Vergleich zum Gekloppe in mancher Liga.
Vincent kam als erster der vier und als 13. overall nach ca. 52 Minuten aus dem Wasser. Annelotte folgte gute 4 Minuten, Frank und Luca knapp 5 Minuten später.
Der Wechsel verlief mehr oder weniger schnell, da man sich für verschiedene Taktiken entschieden hatte (Einteiler vs. Radtrikot, Schuhe am Rad vs. Schuhe in der Wechselzone anziehen).
Dennoch ging es gegen 07:30 für alle auf das Rennrad und direkt in den ersten längeren Anstieg Richtung Beatenberg.
Hier galt es, sich nicht völlig von den anderen Startern verrückt machen zu lassen und möglichst locker zu bleiben um nicht direkt in der ersten Stunde zu viel Kraft zu verschwenden; der Tag sollte noch lang genug dauern.
Nach einer rasanten Abfahrt nach Interlaken ging es knapp 30km weitestgehend flach am Ufer des Brienzer Sees entlang bevor der lange und gefürchtete Anstieg zur großen Scheidegg bevorstand.
Der 16 Kilometer lange Anstieg endet nach 1300 Höhenmetern auf gut 2000 Metern und weist immer mal wieder Steigungen über 10% auf.
Von der großen Scheidegg ging es auf kleinen und schlecht asphaltierten Wegen hinab nach Grindelwald, wobei alle vier Vorsicht walten ließen um nicht zu stürzen.
Vincent kam nach knapp 4 Stunden auf dem Rad und 20. overall in die zweite Wechselzone, hatte also ein paar Positionen abgeben müssen, wobei er nicht das Gefühl hatte locker gefahren zu sein.
Frank kam nur knapp vor Luca in die Wechselzone nach Grindelwald, beide noch innerhalb der ersten Hälfte des Feldes.
Annelotte fuhr genau wie geplant und wechselte nach 5 Stunden Rennrad auf´s Mountainbike.
Die Mountainbikestrecke verläuft technisch einfach für 11 Kilometer und 1100 Höhenmeter bis hinauf auf die kleine Scheidegg, direkt unterhalb der mächtigen Eiger Nordwand.
Zeit und Wille die Aussicht zu genießen gibt es aber wohl bei den wenigsten, bei 10% Durchschnittssteigung ist der Kopf stur auf die Straße gerichtet.
Vincent hatte im ersten Teil des Anstiegs ein kleines Tief und musste sich zwischendurch an den am Streckenrand befindlichen Brunnen abkühlen. Die Sonne brannte nun ganz ordentlich und die Mountainbikestrecke bietet wenig Schatten und bei 8 km/h auch wenig Fahrtwind.
Auch die anderen mühten sich den steilen Anstieg hinauf und freuten sich, zumindest größtenteils, auf die Abfahrt.
Diese ist, abgesehen von ein paar kurzen Singletrailpassagen, gut zu fahren. Jedoch kann es nach 1300 Höhenmetern bergab gegen Ende der Abfahrt zum Versagen der Bremsen durch Überhitzung führen hatte Frank schon im Vorhinein gewarnt.
Trotzdem kamen alle vier ohne Sturz oder Defekt in Stechelberg an um nach gut 7-9 Stunden in die Laufschuhe zu steigen.
An den Platizerungen hatte sich während des Mountainbikens wenig geändert und so galt der Blick weniger der Konkurrenz als mehr dem Himmel, denn mittlerweile zogen bedrohlich aussehende Wolken auf.
Der Lauf startet mit vier, leicht abfallenden, Kilometern bevor es anschließend 21 Kilometer fast konstant bergauf geht.
Zumindest die ersten 15 Kilometer nach Mürren können ohne Vorbelastung durchgehend gelaufen werden, aber nach einer Stunde schwimmen und sieben Stunden radfahren mussten alle auch hier schon große Teile der Strecke schnell wandernd statt laufend zurücklegen.
Luca konnte auf diesem Abschnitt zu Frank aufschließen. Doch leider half das nicht Frank von seinem Entschluss, in Mürren auszusteigen, abzuhalten. Zu lange und zu steil noch der Weg auf das Schilthorn und Frank hatte das Ziel ja schon oft genug gesehen.
Annelotte, Luca und Vincent wollten jedoch alle drei unbedingt finishen und stapften stoisch den Berg hinauf.
Vincent konnte sich zunehmendes wieder etwas erholen und sammelte noch ein paar Läufer ein und kam so nach 10:35h als 23. overall ins Ziel.
Gerade rechtzeitig um nicht in den Regen zu kommen der nun langsam einsetzte. 30 Minuten später fing es dann so richtig an zu schütten und Annelotte und Luca waren immer noch auf der Strecke und bald komplett durchnässt.
Leider verpasste Annelotte den Cut-Off in Mürren um ein paar Minuten und wurde aus dem Rennen genommen.
Doch auch Luca, der weit vor dem Cut-Off lag, musste eine Weile später und nur knapp 30 Minuten vor dem Ziel aufhören, da die Veranstalter das Rennen auf Grund des zunehmenden Regens und des aufkommenden Gewitters abbrechen mussten.
Auch wenn der Tag daher nicht für alle wie erhofft endete, überwog doch das positive Erlebnis, die Eindrücke der wirklich atemberaubenden Strecke und die leichte Vorahnung, dass man im nächsten Jahr ja wieder kommen könne.

