NRW-Liga Männer

Buschhütten – ein Rückblick

Ein Triathlon im Freibad, zwei Wechselzonen, eine stumpfe Radstrecke und eine mehr als eckige Laufstrecke sind das Erfolgsgeheimnis einer eher kleinen Triathlon Veranstaltung im beschaulichen Siegerland. Was bei jedem anderen Wettkampf zu abfälligen Bewertungen, geringen Teilnehmerzahlen und wenig enthusiastischen Athleten führen würde, wird in Buschhütten frenetisch gefeiert und in einem nicht für möglich gehaltenen Ausmaß gehypt. Das mag zum einen am extrem frühen Zeitpunkt in der Saison liegen, so dass den eh schon dauernervösen Triathleten komplett die Nerven blank liegen. Zum anderen kann der Triathlon Buschhütten aber auch schon traditionell mit einem sehr hochklassigen Starterfeld aufwarten. Vergleichbar mit den Akteuren der Fußball Bundesliga, schaffen es die finanzstarken Teams aus Buschhütten (aka FC Bayern), Köln (aka BVB) und Co, immer wieder wohlklingende Namen in das Nirgendwo zu locken, so dass mit den Stars der Szene auch die Medien in Mannschaftsstärke antreten.
Neben diese Phalanx an exzellenten Triathleten sollten sich auch eine Handvoll PSV´ler nach Buschhütten verirren. Geistig und körperlich hatte der PSV eigentlich den Abstieg in die Regionalliga im Vorjahr zelebriert, diverse dubiose Vorkommnisse und niemals geklärte Geldströme sorgten aber für einen Verbleib des Teams in der drittstärksten Liga der Welt (mindestens!).

Da der Captain auf Sauftour war, alle anderen denkbaren Alternativen im (vorgetäuschten) Koma lagen oder aufgrund von Kindern und ähnlichen kleinkarierten Ausreden verhindert waren, bildete sich eine rudimentäre Ersatzmannschaft aus Peter, Puni, Max und Vincent. Während die beiden erstgenannten eher durch alters- und gewichtsrelativierten ordentlichen Druck auf dem Rad und eine mehr oder minder ausgeprägte Laufschwäche bestechen, sind die letzteren auf dem Rad Frischfleisch, können dafür aber die Sau beim Laufen fliegen lassen. Eine erfolgversprechende Kombi, wenn nur zwei Athleten ins Ziel kommen müssen; wenn aber der Dritte gewertet wird, heißt es: leiden. Willkommen beim Teamsprint. Achja, eigentlich muss man ja auch noch schwimmen beim Wintertriathlon…

Das Wetter hatte sich schon länger im Vorfeld als ultimativ katastrophal angekündigt, trotzdem schien es Veranstalter und NRWTV weder möglich noch sinnhaft zu erscheinen, die Starter im Vorfeld aufzuklären, ob das Schwimmen gestrichen wird, die Wechselzone mit Föhns ausgestattet oder auf dem Rad die Gulaschkanone zur Verpflegung angeheizt werden würde. Total verrückte Ligastarter hatten den total abwegigen Gedanken ins Spiel gebracht, einen Jagdstart durchzuführen, wie es andere Veranstalter schon routinemäßig Jahr für Jahr sauber und gut durchführen. Aber Scheiß auf die Gesundheit der Athleten, wer arbeiten muss oder Kinder will, soll halt Schach spielen…
Bei also vorhersehbar höllischen Temperaturen (zumindest wenn die Hölle mal zufrieren sollte) und Dauerregen stellten sich alsbald die essenziellen Fragen des Lebens: fahr ich mit Scheibe oder Schneeketten, sind Thermobecher im Flaschenhalter erlaubt, und wer klebt mir die Isomatte am Hintern fest? Permafrostboden ist einfach die Wechselunterlage der Wahl, wenn einem ein „normaler“ Triathlon keinen richtigen Kick mehr geben kann.

Unter diesen idealen Vorrausetzungen brachten die PSV´ler im schicken Uneinheitsdress die „Teamvorstellung“ hinter sich, da insbesondere die bolivianischen Zuschauer der weltweit live übertragenen Veranstaltung ein gesteigertes Interesse an der Kenntnis der Teilnehmenden Teams und Athleten geäußert hatten. Hinter vorgehaltener Hand wurde von „Match Fixing“ gemunkelt, es war aber allen zu kalt um deswegen nicht cool zu bleiben. Da warm machen sowieso überbewertet wird, insbesondere bei 2 Grad Außentemperatur, kam es kurz nach der Teampräsentation zum heiß ersehnten Start der NRW Liga in die Saison 2019. Von Puni schwach gestartet, kam das Wasser bei den PSV´lern nicht so richtig ins kochen, so dass auch die folgenden Schwimmer Vincent, Max und Peter die Lücke auf die Spitze nicht mehr zuschwimmen konnten. Der Wechsel, hier besser als Umkleide Event zu bezeichnen (von unbeteiligten Zuschauern auch liebevoll als „Gruppenkuscheln“ tituliert), gestaltete sich ähnlich aufwendig wie zum Mountainbiken im Winter: Thermounterhemd, Isoeinteiler, Langarmtrikot, Winterjacke, Windweste, dicke Handschuhe und Mütze waren das mindeste was die durchnässten Körper auf dem Rad warm halten sollte.

Als vorletztes Team stieg die Mannschaft des PSV dann aufs Rad und gab sich alle Mühe den Abstand nach vorne etwas zu verkleinern. Da es leider in der heutigen digitalen Zeit immer noch Hexenmeistern und anderen Anhängern der dunklen Künste vorbehalten ist, aus elektronisch erfassten Timestamps, valide Ergebnisse zu zaubern (erwähnenswert hier auch die Druidengilde aus Mönchengladbach, die bei der legendären Schlacht vom Bottich auf dem Marktplatz fünf verschiedene falsche Ergebnisse produzierte, bevor alle Be(-nach-)teiligten mit dem Zählen aufhörten…), behalten sich die Athleten des PSV vor, eine ganz solide Leistung auf dem Rad fabriziert zu haben. Da es selbst Puni irgendwann nicht mehr kalt auf dem Rad war, muss das auch stimmen! Nach dieser furiosen Aufholjagd mit waghalsigen Überholmanövern kam es zum Wechsel in die Laufschuhe. Während Vincent und Max auf dem Rad eher gelitten hatten, fühlten sie sich nun voll in ihrem Element. Mit jauchzenden Freudenschreien hüpften sie aus der Wechselzone und Peter und Puni, mit zu vielen Klamotten und eventuell auch Kilos gesegnet, trotteten ob der zu erwartenden Leiden hinterher. Schnell kristallisierte sich ein Trio aus Max, Vincent und Peter heraus, dem das Leiden ins Gesicht gezimmert war, während Puni das Höllentempo nicht mehr mitgehen konnte. (BILD)

Dank großartigem Teamwork – und das macht den Teamsprint so teamsprintig – konnten Vincent und Max Peter zu einer starken Laufperformance verhelfen, so dass am Ende der 13. Von 18 Plätzen herauskam, was immerhin eine Verbesserung von 5 Plätzen im Vergleich zum Vorjahr bedeutete. Um es mit den Worten des Naturphilosophen H.P. Baxxter zu sagen: „Respect to the Man in the Ice Cream Van“

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