Der zweite Showdown der Oberliga ist Geschichte und wenn man auf dem Weg zu einem NRW-Wettkampf auf der Anreise auf der kürzesten Route erstmal Niedersachsen passieren muss kann das nur eins heißen: Steinbeck! (oder anders gesagt: verdammte Gurkerei!)
Angegurkt kamen am Sonntag Daniel Galla, Luca Kurze, Sebastian Tieves und leihweise Max Schaap, der sich freute, nach jahrelangem NRW-Liga-Gesprinte endlich mal wieder ordentlichen windschattenfreien Triathlon machen zu können. Sein letzter war in Roth – und da musste er sich diesmal auch gar nicht so sehr umgewöhnen, denn Steinbeck kann man guten Gewissens als Roth für „Geringverdiener“ bezeichnen, sind doch Schwimmstrecke und Laufstrecke vom legendären Triathlon in Franken kaum zu unterscheiden und wenn man mal ein paar mehr Zuschauer an den fiesen Anstieg auf der Radstrecke gestellt hätte, wäre auch das Solarar-Berg-Feeling komplett gewesen.
Beim Anblick der Wechselzone schienen aber auch in Steinbeck die Geringverdiener nur eine verschwindend kleine Minderheit zu sein, die neusten Kohlefaser- und Titankreationen entzückten in der Wechselzone die Augen, das definitiv neuste Gerät jedoch brachte Daniel (nicht ganz ohne Stolz) an den Start, der pünktlich zum Wettkampf von seinem lokalen Radhändler aus Koblenz mit einem in der aktuellen, exklusiven Trendfarbe „Weiß“ designten Geschoss ausgestattet wurde. Das älteste Rad der Wechselzone, das direkt daneben hing, bildete damit nicht nur farblich einen hübschen Kontrast.
Nach routinierter Vorbereitung begann um punkt Zwölf für die Oberliga der längste Tag des Jahres, im wahrsten Sinne des Wortes und obwohl die Sonne im Zenit uns allen die Weichmacher aus den Badekappen brannte, waren Neos erlaubt, ergo hatte man schon bis zum Startschuss die ersten 500 ml Wasser verschwitzt.
Für Sebastian war nach seinem Armbruch zwei Monate zuvor das Schwimmen eher als Schadensbegrenzung zu bezeichnen, auch Luca fehlten einige Trainingskilometer, dafür lief aber bei Max und Daniel der Wettkampf solide an.
Auf der Radstrecke konnte Max erwartungsgemäß gut performen und auch Daniel ließ sich nicht anmerken, dass es sich quasi um eine Jungfernfahrt handelte und zeigte einen richtig starken Auftritt. Da soll man mal sagen, dass Material nicht motiviert!! Luca und Sebastian fuhren ebenfalls solide Radsplits im Mittelfeld.
Auf der Laufstrecke an der Lände ääh Mittellandkanal angekommen, hätte Max das ein oder andere Gel mehr vertragen können, um den Motor am Laufen zu halten, so musste er aber etwas rausnehmen. Daniel kam mit Hitze und dem grob schottrigen Untergrund mit Single Trail-Passagen am besten zurecht und konnte sich solide im Mittelfeld behaupten. Sebastian konnte noch einige Konkurrenten auf der Laufstrecke kassieren und zog auf der letzten Runde auch noch an Luca vorbei, der wenige Sekunden nach ihm das Team-Ergebnis komplettierte.
Am Ende stand ein neunter Platz im Ranking, mit dem alle mehr als happy waren. Und schon ist wieder Halbzeit. Leider! Jetzt alle Augen auf Bochum!
