Der Bonn Triathlon 2026 ist Geschichte — und zwölf Mitglieder des PSV Bonn Triathlon waren diesmal nicht als Helfer, sondern als Athletinnen und Athleten dabei (einige von den Zwölfen waren vor und nach der Veranstaltung als Helfer dabei. A.d.R.). Ein Bericht aus der Perspektive derer, die an diesem Tag auf der Strecke waren.
Die Bedingungen stimmten: zwei Meter Wasserstand im Rhein, 20 Grad Wassertemperatur, und pünktlich zum Schwimmstart kam nach einigen trüben Vortagen die Sonne raus. Für den Rhein-Schwimmstart werden alle Teilnehmenden per Bus vom Wechselbereich rheinaufwärts ans Kamea gefahren. Das Gepäck mit den Wechselsachen kommt per LKW zurück in den Zielbereich und Wechselzone. Wer dabei aufmerksam war, hat bemerkt, dass die Taschen von PSV-Mitgliedern verladen wurden, die gleichzeitig noch Zeit fanden, den Athletinnen und Athleten ein paar aufmunternde Worte mitzugeben.
Das Schwimmen im Rhein bleibt eines der besonderen Merkmale dieses Rennens. Das Feld verteilt sich auf dem breiten Fluss schnell. Das sonst übliche Gedränge der Startphase löst sich früh auf. Dieses Jahr führte die Strömung aufgrund des Wasserstands weiter als gewohnt — statt am China-Schiff, endete der Schwimmabschnitt an einem kleinen Sandstrand unterhalb des Bahnhöfchens, mit Blick auf den alten Bundestag und die Villa Hammerschmidt im Rücken. Der Ausstieg dort war gut vorbereitet: Eine maßgefertigte Rampe, am Vortag von PSV-Mitgliedern mit Teppich und Absperrgittern ausgestattet, machte den Wechsel aufs Trockene reibungslos.
In der Wechselzone fiel ein Detail auf, das den organisatorischen Aufwand hinter diesem Event sichtbar macht: Jeder Stellplatz war nicht nur mit einer Nummer markiert, sondern mit dem Namen der jeweiligen Athletin oder des Athleten. Die Radstrecke selbst wurde gegenüber dem Vorjahr leicht angepasst, behält aber ihr charakteristisches Profil — wellig, mit einigen knackigen Anstiegen, nicht auf Bestzeit ausgelegt, aber abwechslungsreich. Die Straßenqualität in der Region bleibt eine bekannte Herausforderung; die markierten Gefahrenstellen und gut platzierten Streckenposten halfen, das Schlimmste zu vermeiden.
Zurück in Beuel begann dann der Laufabschnitt — und wer die Stimmung dort nicht kennt, wird überrascht sein. Die Zuschauerdichte entlang der drei Fünf-Kilometer-Runden ist bemerkenswert, und für PSV-Mitglieder kommt noch etwas hinzu: Man begegnet sich auf der Strecke mehrfach, feuert sich gegenseitig an, sieht wer gerade aufholt und wer kämpft. Dieses Jahr sorgte auch der neu gestaltete Zielbereich mit einer langen Geraden für einen würdigen Abschluss — und im Ziel standen wieder PSVlerinnen und PSVler, die als Helfer die Einlaufenden mit Medaillen und Getränken empfingen.
Wie bereits im Vorjahr hat Nick Emde vom SSF Bonn (auch Mitglied des PSV Bonn Triathlon e.V. d. Red.) den diesjährigen Bonn Triathlon gewonnen. Schnellster PSVler war Nicks Vater: Frank mit einer Zeit von 3:30:28. Bei den Frauen führte Jana, Mitglied der Bonn-Triathlon Orga-Crew, (4:24:51) das PSV-Ergebnis an.
Was bleibt nach so einem Tag? Das Rennen selbst natürlich — aber auch das Bewusstsein, Teil eines Events zu sein, das von vielen Freiwilligen getragen wird. Als Teilnehmende, die wissen wie viel Vorbereitung dahintersteckt, wächst mit jedem Bonn Triathlon der Respekt für alle, die diesen Tag möglich machen. Dass dabei so viele aus den eigenen Reihen sind, macht es zu etwas, das über den Sport hinausgeht.
